Dies und das

Empfehlungen: 3 Fantasy-Einzelbände

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Das Fantasy-Genre ist für seine Reihen bekannt: ob es nun nur eine Trilogie ist oder eine zehnbändige Reihe, bei einem Fantasy-Buch stehen die Chancen gut, dass es Teil einer Reihe ist. Und das ist ja auch gar nicht schlimm, ich liebe Fantasy-Reihen. Aber manchmal will man dann doch eine Geschichte lesen, welche in einem Band beendet ist. Deswegen möchte ich Euch drei Bücher vorstellen, welche ganz ohne Fortsetzung auskommen.

 

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Jonathan Strange & Mr. Norrell – Susanna Clarke

Wir befinden uns im England des 19. Jahrhunderts. Die einstige Magie, welche das Land beheimatete, ist verloschen und das einzige, was von dieser Zeit übrig geblieben ist, sind Erinnerungen. Bis eines Tages Mr. Gilbert Norrell sich als praktizierender Zauberer zu erkennen gibt und die Magie nach England zurückbringt. Während Norrell der britischen Armee im Kampf gegen Napoleon zur Seite steht, entdeckt der junge Gentleman Jonathan Strange sein magisches Talent. Er wird Norrells Schüler, jedoch wird aus der anfänglichen Freundschaft der beiden schon bald Rivalität.

Jonathan Strange & Mr. Norrell besticht vor allem durch seinen wunderbaren Schreibstil. Susanna Clarke schafft es, ihren Schreibstil dieser Epoche anzupassen, ohne dass er jedoch trocken oder langweilig wirkt. Wer den Schreibstil großer englischer Autoren wie Jane Austen oder Charles Dickens mag, wird sicher auch mit Susanna Clarke viel Freude haben. Zudem schwingt immer eine leichte Prise britischen Humors mit, welcher mich mehr als nur einmal hat schmunzeln lassen. Die Handlung schreitet eher gemächlich voran, jedoch empfand ich die Geschichte nie als langweilig. Susanna Clarke gelingt es, das England des 19. Jahrhunderts auf eine Weise mit fantastischen Elementen zu kombinieren, dass man zuzeiten nicht einmal das Gefühl hat, einen Fantasyroman zu lesen, da sich die Geschichte so echt anfühlt. Wer also auf einen wundervoll geschriebenen historischen Fantasyroman mit toller, teilweise etwas düsterer Atmosphäre Lust hat, ist hier genau richtig.

 

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Perdido Street Station – China Mieville

New Crobuzon ist eine gigantische Stadt, ein riesiger Moloch ohne Anfang und Ende. Bevölkert wird diese Megalopolis von den verschiedensten Menschen, Wesen und Mutanten. Einer dieser Bewohner ist Isaac, ein Wissenschaftler, welcher eines Tages Besuch von einem seltsamen Fremden bekommt. Es handelt sich bei diesem um einen Vogelmenschen, welcher seine Flügel verloren hat und nun Isaac bittet, ihm neue Flügel zu konstruieren. Isaac nimmt den Auftrag an, doch während seiner Forschungen lässt er unwissend seltsame Wesen auf Stadt los, welche eine Gefahr für ganz New Crobuzon darstellen.

China Mieville hat mit Perdido Street Station einen wirklich innovativen Fantasyroman geschaffen, der ganz ohne die klasssischen Fantasyelemente auskommt. Die  Welt erscheint als eine bunte Mischung aus Urban-Fantasy und Science Fiction, mit sowohl fantastischen Elementen als auch wissenschaftlichen Aspekten. Wer allerdings ein actiongeladenes Buch erwartet, wird wohl eher enttäuscht werden. China Mieville verbringt viel Zeit mit der Beschreibung der Stadt und deren Bewohner, was zwar nicht immer zum Handlungsfortschritt beiträgt, dafür aber ein umso genaueres Bild der Stadt entstehen lässt. Das heißt jedoch nicht, dass das Buch nicht auch mit spannenden Szenen aufwarten kann. Die Charaktere wirken menschlich und echt, keiner handelt in irgendeiner Weise unglaubwürdig. Der Autor hat einen recht komplexen Schreibstil, welcher das Buch nicht gerade zu einem Pageturner macht, wer sich aber daran nicht stört, wird mit einem innovativen, tiefgründigen und komplexen Fantasyroman belohnt.

 

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Deathless – Catherynne M.Valente

Die Geschichte spielt in der Zeit vor und während des zweiten Weltkriegs in St. Petersburg. Eines Tages klopft ein geheimnisvoller, junger Mann an der Tür von Marya Morevnas, der Protagonistin des Buches. Er stellt sich als Koschei, den Zaren des Lebens, vor und möchte Marya zu seiner Frau machen. Sie folgt ihm in sein Reich und jahrelang bleibt sie an seiner Seite, doch das Glück währt nicht lange, denn ein Krieg zwischen dem Reich des Lebens und des Todes bedroht alles, was ihr lieb und teuer ist.

Catherynne M. Valente hat mit Deathless eine wundervolle Geschichte über Liebe und Macht, Leben und Tod erschaffen. Dabei bedient sie sich russischer Märchen und Mythen und erschafft somit eine dunkle, manchmal fast märchenhaft anmutende, magische Geschichte, welche vor dem Hintergrund eines vom Krieg geprägten St. Petersburg spielt. Ihr wunderschöner, poetischer Schreibstil unterstreicht dabei noch einmal die märchenhaften Elemente in dem Roman. Man sollte jedoch keine locker-leichte Geschichte erwarten. Deathless ist kein Disneyfilm, sondern besticht durch eine dunkle und düstere Atmosphäre, welche die Gräuel des Krieges mit magischen Elementen verbindet. Wer also Lust hat auf einen wundervoll atmosphärischen Roman, welcher mit einer poetischen und märchenhaften Sprache, düsteren aber auch herzerwärmenden Szenen aufwarten kann, sollte sich Deathless unbedingt mal genauer anschauen.

 

Habt Ihr schon eins der Bücher gelesen? Was sind Eure liebsten Fantasy-Einzelbände?

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