Lesemonate

Lesemonat Juli 2018

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Heute gibt es meinen Lesemonat Juli.

Angefangen hat der Juli mit einem Klassiker, nämlich Amphitryon von Heinrich von Kleist. Es handelt sich hierbei um ein Theaterstück, welches auf Molieres gleichnamiger Komödie basiert, welcher wiederum ein Werk von Plautus zugrunde liegt.
Die Götter Jupiter und Merkur nehmen die Gestalt des Feldherrn Amphitryon und dessen Diener Sosias an. Dies führt zu jeder Menge Verwechselungen und humorvollen Szenen.
Vorneweg möchte ich sagen, dass ich weder die Version von Moliere noch die von Plautus gelesen habe und somit nicht sagen kann, inwiefern sich die Werke ähneln und was Kleist selbst zuzuschreiben ist. Ich hab schon früher Werke von Kleist gelesen, die mich nicht wirklich vom Hocker gehauen haben, dieses Stück hat mir jedoch tatsächlich recht gut gefallen. Kleists Schreibstiel entspricht zwar nicht hundertprozentig meinem Geschmack und es gab mehrere Sätze, die man in meinen Augen besser hätte formulieren können, aber im Großen und Ganzen fand ich die Geschichte doch recht humorvoll und interessant und ich hab mich gut unterhalten gefühlt. Von mir gibt’s 3,5 Sterne.

Weiter ging es mit Red Queen von Christina Henry. Es handelt sich hierbei um die Fortsetzung zu Alice, was ich im Mai gelesen habe und was mir wirklich gut gefallen hat. Der zweite Band beginnt genau dort, wo der erste Band aufgehört hat. Auch dieser Teil war wieder sehr kurzweilig und spannend, mit einigen neuen Charakteren und Schauplätzen, was mir wirklich gut gefallen hat. Im Vergleich zum ersten Band finden sich in diesem jedoch deutlich weniger bekannte Figuren aus Alice im Wunderland, was zwar kein Kritikpunkt ist, ich trotzdem etwas schade fand, da mir Christina Henrys Versionen dieser Figuren im ersten Band sehr gut gefallen haben. Die Geschichte ist weiterhin interessant und spannend und natürlich gibt es auch wieder sehr düstere Szenen, wenn auch nicht ganz so viele wie im ersten Teil. Das Ende war wieder etwas zu einfach und unspektakulär, die Geschichte davor konnte mich aber auf jeden Fall überzeugen und deswegen gibt es von mir 4 Sterne.

Anschließend ging es mit meinem Monatshighlight weiter, nämlich The Fifth Season (dt. Zerrissene Erde) von N.K. Jemisin. Die Geschichte spielt in einer Welt, die regelmäßig von Naturkatastrophen heimgesucht wird, welche jedes Mal einen großen Teil der Bevölkerung auslöschen. In dieser Welt gibt es Menschen mit der Begabung, die Erde zu kontrollieren, weshalb sie gefürchtet, aber auch verachtet und diskriminiert werden. Die Geschichte ist in drei Handlungssträngen aufgeteilt, in welcher der Leser jeweils einer Person mit dieser besonderen Begabung folgt.
The Fifth Season war seit langer Zeit mal wieder ein Fantasybuch, das sich wirklich originell angefühlt hat. Anstatt die Geschichte in einer typischen mittelalterlichen Welt spielen zu lassen, hat sich die Autorin beispielsweise für ein postapokalyptisches Setting mit modernen Elementen entschieden. So gibt es zum Beispiel Elektrizität und Asphaltstraßen, wenn auch nicht in dem Ausmaß, wie wir das aus unserer Welt kennen. Auch das Magiesystem, welches auf geowissenschaftlichen Aspekten wie Seismologie, Geothermie etc. beruht, fand ich wirklich originell. Selbst die Erzählform war wirklich ungewöhnlich, denn die Autorin hat sich bei einem der drei Erzählstränge dafür entschieden, diesen in der zweiten Person, also der Du-Form, zu schreiben.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass es etwas gedauert hat, bis ich mich zum einen in der Geschichte zurechtgefunden und zum anderen an die Erzählform gewöhnt habe. Nichtsdestotrotz ein tolles Fantasybuch, welches nicht nur originelle Ideen aufweist, sondern sich auch nicht davor scheut, Themen wie Rassismus und Diskriminierung miteinzubeziehen. 4,5 Sterne.

Zu guter Letzt habe ich noch zwei Theaterstücke von Oscar Wilde gelesen, nämlich A Woman of No Importance und An Ideal Husband. Was mir an Oscar Wildes Werken, und vor allem an seinen Komödien immer mit am besten gefällt, sind seine wortgewandten Dialoge, in welchen auch immer eine gute Portion Humor mitschwingt. Dies war auch in diesen beiden Werken wieder Fall. Beide Stücke handeln wieder von der englischen Oberklasse, mit all ihren Geheimnissen und Skandalen. Wer Oscar Wilde mag, sollte sich auf jeden Fall auch diese beiden Werke mal genauer anschauen. Von mir gibt es 4 Sterne.

 

Infos zu den Büchern:

Amphitryon / Prinz Friedrich von Homburg, Heinrich von Kleist, Fischer Klassik, 192 Seiten

Red Queen, Christina Henry, Titan Books, 313 Seiten

The Fifth Season, N.K. Jemisin, Orbit, 498 Seiten

The Importance of Being Earnest and Other Plays, Oscar Wilde, Vintage Classics, 372 Seiten

 

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